Die Luftsportart
Gleitschirmfliegen bezeichnet das Gleitsegeln mit einem Gleitschirm. Der
Pilot sitzt dabei in einem Gurtzeug
unter dem Gleitschirm und ist mit diesem durch Leinen verbunden. Die oft
synonym verwendeten Begriffe Gleitsegeln, Gleitsegelfliegen oder Paragleiten (abgeleitet von engl.
Paragliding) sind in der Definition weniger genau.
Daneben gibt es auch noch das motorisierte Fliegen mit Gleitschirmen.
Ausrüstung
Zur Ausrüstung eines Gleitschirmpiloten gehört in erster Linie der
Gleitschirm. Dieser besteht aus einer Kappe, die durch Leinen mit dem
Gurtzeug verbunden ist.
Die Kappe besteht aus einer zweilagigen Tragfläche (Ober- und Untersegel)
aus Nylon-Stoff in Ripstop-Technik, das für eine bessere
Luftundurchlässigkeit zusätzlich beschichtet ist, häufig auf Silikonbasis.
Dies schützt das Material gegen mechanische Beanspruchung und
UV-Licht-bedingte Alterung. Zur besseren Formgebung ist die Kappe durch
Profilteile in viele Kammern unterteilt, welche in Flugrichtung angeordnet
und an der Hinterkante verschlossen sind. Dies verleiht den Gleitschirmen
zusammen mit der von vorne einströmenden Luft das notwendige Flügelprofil.
Von der Segelunterseite führen Fangleinen in mehreren Ebenen herab zu den
Tragegurten. Eingesetzt werden hierfür zumeist dünne, mit Nylon ummantelte
Aramid- oder Dyneema-Fasern mit einer hohen Reißfestigkeit.
Das Gurtzeug ist der Sitz,
mit dem der Pilot mit dem Gleitschirm verbunden ist. Mittels
Karabinerhaken werden die Tragegurte des Schirms eingehängt. Hinter und
unter dem Sitz verbirgt sich ein Protektor in Form eines
Schaumstoffkissens oder Airbag, der unsanftes Aufsetzen auf dem Boden
mildern und somit Verletzungen vorbeugen soll.
Ein weiterer Teil der Sicherheitsausrüstung ist der Rettungsfallschirm,
auch kurz „Rettung“ genannt. Dieser Notfallschirm soll den Piloten im
gebremsten, meist senkrechten Herabgleiten zum Erdboden zurückbringen,
wenn der Gleitschirm nicht mehr flugfähig ist. Die Rettung ist im
Rückenteil oder an der Seite des Gurtzeugs angebracht, manche
Rettungsfallschirme werden in einem Frontcontainer vor dem Piloten
montiert.
Viele Gleitschirmpiloten nutzen als technische Hilfsmittel ein Variometer
(kurz: Vario), um die eigenen Steig- und
Sinkwerte
sowie die Flughöhe ermitteln zu können. Vor allem im Streckenflug (siehe
auch Streckenfliegen) nutzen viele auch ein GPS-Gerät zur Positionsbestimmung
und Flugaufzeichnung. Inzwischen haben sich auf dem Markt
Kombinationsgeräte etabliert, die beide Funktionen vereinen.
Manche Piloten führen zusätzlich ein Funkgerät mit. Dieses dient meist der
privaten Kommunikation, Flugfunk ist bei dieser Art von Fliegerei nicht
vorgeschrieben.
Geschwindigkeit
Ein moderner Gleitschirm hat einen Geschwindigkeitsbereich von ca. 22 bis
55 km/h, wobei die Trimmgeschwindigkeit, also die Geschwindigkeit bei
offener Bremse und meist auch bestem Gleiten, zwischen 32 und 40 km/h
liegt. Durch gleichzeitiges Ziehen beider Steuerleinen wird das Segel an
der Hinterkante nach unten gewölbt. Hierdurch lässt sich die
Fluggeschwindigkeit auf etwa 22 bis 25 km/h vermindern. Die geringste
Sinkrate haben Gleitschirme etwa bei 25 bis 35 km/h. Hochleister für den
Wettkampf fliegen im beschleunigten Zustand sogar bis zu 70 km/h.
Diese Geschwindigkeiten beziehen sich in Relation zur umgebenen Luft (true
air speed). Die Geschwindigkeit über Grund (ground speed) ist von den
Luftbewegungen, wie Gegenwind oder Rückenwind, abhängig.
Gleitleistung
Die Gleitleistung moderner Gleitsegel liegt bei etwa
1:9. Das heißt, ein Meter Höhe wird in 9 Meter horizontale Strecke
umgesetzt. Wettkampfschirme erreichen fast ein Gleitverhältnis von 1:10,
liegen damit aber deutlich hinter Hängegleitern (bis zu 1:20 -
Starrflügler) und Segelflugzeugen (bis zu 1:60). Die minimale
Sinkgeschwindigkeit liegt bei 1,0 m/s, im Trimmflug ist diese um ca. 0,3
m/s höher.
Flüge von über 100 Kilometern sind heute unter Ausnutzung von Thermik
nicht ungewöhnlich, es wurden schon Distanzen von über 500 Kilometern
geflogen.
Quelle: Auszüge aus dem Wikipedia-Artilel
"Gleitschirmfliegen", verschiedene Autoren.
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